Hatha Yoga: Die wichtigsten Informationen

Hatha Yoga mischt langsame, einfache Körperübungen mit Atemtechniken. Es ist eine der ältesten und bekanntesten Arten von Yoga im Westen. Deshalb ist diese Art von Yoga ideal für Anfänger. In einer Hatha-Yoga-Stunde kann der Yogi seine Muskeln aufbauen, Stress abbauen und Blockaden beseitigen. So kommen Körper, Atem und Entspannung ins Gleichgewicht. Um mehr zu erfahren, klicke hier.

Hatha Yoga: Was ist das?

Stark und bewusst sind zwei Übersetzungen für das Wort „Hatha“. „Ha“ steht für die Sonne, während „tha“ das Symbol für den Mond ist. Im übertragenen Sinne bedeutet dies, dass sich die Energie des Körpers frei bewegen kann.

Hatha Yoga umfasst Meditation, Atemübungen (Asanas) und Pranayama. Der Yogi kann dadurch seinen Körper stärken, sich entspannen und einen besseren Zugang zu sich selbst finden.

Eine der frühesten Arten von Yoga ist diese. Goraksha, ein Yogi, legte den Grundstein dafür. Der Inder lebte höchstwahrscheinlich im siebten bis neunten Jahrhundert nach Christus. Eines der frühesten Werke über Hatha Yoga, das er auch schrieb, ist das sogenannte Goraksha Shataka.

Die Verse bilden auch heute noch den Grundstein für diese Art von Yoga. Die Hatha Yoga Pradipika war das nächste grundlegende Werk. In diesem Werk aus dem 14. Jahrhundert gibt es vier Kapitel, in denen die Hatha-Yoga-Praktiken genauer beschrieben werden.

Das Wort „Hatha Yoga“ wird manchmal umgangssprachlich verwendet, um zu betonen, dass es sich um eine milde Art von Yoga handelt, im Gegensatz zu körperlich anspruchsvolleren Stilen wie Ashtanga, Vinyasa Flow, Jivamukti oder Power Yoga. Technisch gesehen sind diese Techniken jedoch auch Teil des Hatha Yoga. Der Sonnengruß wird zum Beispiel im Vinyasa Flow Yoga und im Power Yoga genauso verwendet wie im traditionellen Hatha Yoga.

Die Grundprinzipien des Hatha Yoga

Die Harmonie von Körper, Atem und Geist ist ein wesentlicher Bestandteil des Hatha Yoga. Eine Reihe von Faktoren trägt dazu bei, diesen Zustand zu erreichen.

Grundtypen von Energie, die Gunas

Gunas sind grundlegende Arten von Energie. Guna kann mit Schnur, Faden oder Qualität übersetzt werden. Hatha Yoga stützt sich stark auf die folgenden drei Gunas:

Rajas Yoga

Die Eigenschaften der Elemente Feuer und Wasser sind in dieser Guna enthalten. Es steht für Dynamik, Antrieb und Energie. Rajas setzt die Bewegung in Gang. Seine Kraft hilft, Dinge in Bewegung zu setzen.

Diejenigen, die stark vom Rajas beeinflusst sind, sind extrem geschäftig und eilen gerne von einer Sache zur anderen. Sie sind getrieben und ehrgeizig. Es fällt ihnen schwer, still zu sein. Sie haben oft eine egoistische Ader.

Gumas Tamas

Erde und Wasser sind die Bestandteile von Tamas. Beide Komponenten stehen unter anderem für die Dunkelheit oder Trägheit. Der Mensch weist typischerweise eine Tamas-Dominanz auf und ist träge und faul. Er steht dann zum Beispiel nie von der Couch auf, isst gerne Fast Food und füllt seinen Geist mit gewöhnlichem Schrott. Mangelnde persönliche Sauberkeit ist eine weitere Möglichkeit, wie sich tamas guna deutlich manifestieren kann.

Die sati guna

Diese Guna steht für Helligkeit, Klarheit und Reinheit. Sattva-starke Menschen sind ruhig, konzentriert und ausgeglichen. Sie genießen Harmonie und Ruhe. Liebe, Uneigennützigkeit und schöpferische Freude zeigen sich in ihrem Handeln. Sie sind scharfsinnig und nehmen ihre Umgebung bewusst wahr. Außerdem sind sie intelligent und kümmern sich nicht um Dinge wie Prestige, Ruf oder äußere Attraktivität.

Das Zusammenspiel der drei Gunas wird als Triguna bezeichnet.Die drei Gunas dürfen auf keinen Fall unabhängig voneinander betrachtet werden. Vielmehr verfügt jeder Mensch in unterschiedlichem Maße über alle drei Gunas. Die Stärkung von Sattva Guna ist das Ziel des Hatha Yoga. Deshalb ist es sinnvoll, den Schüler/innen vor dem Unterricht etwas Zeit zum Ausruhen zu geben. Sie sollten lernen, sich selbst durch Wahrnehmungsaktivitäten wahrzunehmen.

Rajas und Tamas können aber auch während der Praxis ins Spiel kommen, zum Beispiel, wenn verschiedene Asanas fließend kombiniert werden (Flows). Diese Bewegungen können dich energetisieren oder Stress abbauen. Drehungen wirken ausgleichend, Vorwärtsbeugen sind kühlend und beruhigend, während Rückbeugen belebend wirken.

Das System der Chakren

Laut dem Sachbuch von Martina Mittag ist die Pancha Kosha, die sich aus fünf Hüllen zusammensetzt, ein zentrales Konzept in der Yogaphilosophie. Das Wort „pancha“ bedeutet „fünf“ und „kosha“ bedeutet „Schicht“ oder „Hülle“. Die vier subtilen Hüllen, aus denen die Pancha Kosha besteht, durchdringen den gesamten physischen Körper.

Die Nahrungshülle wird Annamaya Kosha (der physische Körper) genannt.
Pranamaya Kosha, auch bekannt als die Energie- oder Atemhülle.
Manomaya Kosha, auch bekannt als die Geisthülle,
Kognitive Hülle und Weisheitshülle: Vijnanamaya Kosha

Anandamaya Kosha: Die Hülle des Glücks

Innerhalb der Pranamaya Kosha, der Energiehülle, befinden sich die sogenannten Nadis (unsichtbare Energiekorridore) und Chakras (Energiezentren). Durch diese Nadis zirkuliert das Prana, die Lebenskraft. Optisch ähnelt sie einer Landkarte mit zahlreichen kleinen Autobahnen, die den Körper durchkreuzen. Die Hauptstraße wird als Sushumna Nadi bezeichnet. Sie beginnt im unteren Beckenbereich an der Basis der Wirbelsäule und verläuft senkrecht die Wirbelsäule hinauf bis zum Scheitelpunkt des Kopfes.

Verspannungen oder Schmerzen können darauf zurückzuführen sein, dass die Lebensenergie des Nadi-Systems versagt oder behindert wird. Das Ziel des Hatha Yoga ist es, die Lebensenergie gleichmäßig im Körper zirkulieren zu lassen. Ein Fitnesskurs kann einem Yogi dabei helfen, sich durch Achtsamkeit, Konzentration, Körper- und Atemübungen und andere Techniken auf seinen Körper zu konzentrieren.

Die Chakras, die äußerst kraftvolle Energiezentren sind, befinden sich im ganzen Körper, wo sich die großen und kleinen Energieleitbahnen kreuzen und miteinander verflochten sind. Hinter ihnen befinden sich feinstoffliche Energie- und Bewusstseinszentren. Feinstoffliche Komponenten zeichnen sich dadurch aus, dass sie für das menschliche Auge unsichtbar sind. Die Seele zum Beispiel schwebt auf der feinstofflichen Ebene.

Zusätzlich zu den sieben Hauptchakren gibt es viele Nebenchakren. Sie haben die Fähigkeit, Energie zu übertragen und zu empfangen. Der Hauptenergiekanal Sushumna Nadi verbindet alle Chakras und sie tauschen ständig Informationen miteinander aus. Die untersten drei Chakren befassen sich mit existenziellen Themen wie Essgewohnheiten, Gefühlen und Sexualität. Sie haben auch Auswirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit und den Energiehaushalt. Die oberen vier Chakren sind mit Emotionen, Bindungen, Dialog, Wissen, Sensibilität und Intuition verbunden.

  • Das Wurzelchakra, das Muladhara Chakra: Es befindet sich an der Basis der Wirbelsäule oder im unteren Beckenbereich. Dort ist das Überleben der übergeordnete Gedanke.
  • Das Sakralchakra, auch bekannt als Svadhistana Chakra, befindet sich unter den inneren Geschlechtsorganen im Unterbauch. Hier stehen Vergnügen, Sexualität und Emotionen im Mittelpunkt des Geschehens.
  • Der Solarplexus und das Manipuea Chakra befinden sich ungefähr auf der gleichen Ebene. Die Schlüsselbegriffe sind hier Stärke, Ausdauer, Selbstwert oder Wille.
  • Das Anahata Chakra (Herzchakra) befindet sich hinter dem Brustbein in der Mitte des Körpers. Es befasst sich mit Freundlichkeit, Offenheit, Gleichgewicht und Liebe.
  • In der Kehle befindet sich das Vishuddja Chakra, das auch als Herzchakra bekannt ist. Die drei Hauptgedanken sind Reinigung, Klang und Kommunikation.
  • Das Ajna Chakra, oft auch als Stirnchakra bezeichnet, befindet sich direkt über und zwischen den Augenbrauen. Hier geht es um Hellsichtigkeit, Wissen und Intuition.
  • Das Kronenchakra, auch Sahasrara Chakra genannt:
  • Der Scheitel des Kopfes ist der Ort, an dem sich dieses Chakra befindet. Höheres Wissen und höheres Bewusstsein sind die Hauptthemen.
    Was Hatha Yoga beinhaltet

Eine Hatha-Yoga-Stunde beginnt oft mit einem sanften Aufwärmen, geht dann in eine Flow-Phase über und endet mit einer abschließenden Entspannung. Eine Fließphase besteht aus verschiedenen Asanas, die ineinander übergehen und durch den Atem zusammengehalten werden. Je nach Fitnessgrad der Yogis kann der Trainer die genauen Übungen auswählen, die eingesetzt werden.

Manche Kurse beinhalten auch kurze Mantra-Rezitationen oder Meditationsübungen. Diese dienen dazu, tieferen Kontakt mit der inneren Stimme aufzunehmen.

Die Reaktion des Körpers auf Hatha Yoga

Die Übungen des Hatha Yoga sind auf vielen Ebenen gut für den Körper. Dies sind die Bereiche, auf die sie sich auswirken:

  • System der Muskeln und Knochen
  • Stärkung des Skelettsystems
  • Stärkung der Muskeln, die für das Aufrichten des Rumpfes verantwortlich sind
  • Stabilisierung und Streckung der Wirbelsäule
  • Kräftigung und Dehnung der Skelettmuskulatur
  • Verbesserung von Gleichgewicht, Flexibilität und Koordination
  • Kreislaufsystem
  • Verbesserung des Blutflusses und der Durchblutung der inneren Organe
  • Kontrolle des Blutdrucks
  • Darmsystem
  • Die Gesundheit der Organe wird durch die Massage der inneren Organe verbessert.
  • Beschleunigung des Stoffwechsels
  • Atmungsapparat
  • gesteigertes Bewusstsein für den eigenen Atem
  • Öffnung der Atemwege für die Atmung
  • die Atmung wird intensiver und erhält mehr Volumen
  • Übersäuerung des Körpers durch eine tiefere Ausatmung
  • erhöhte Sauerstoffaufnahme
  • Neuronales System
  • das Nervensystem wird beruhigt
  • das Wachstum der Entspannungsfähigkeiten
  • endokrines System
  • Produktion von Endorphinen
  • emotionale und mentale Auswirkungen
  • Steigerung der Konzentrationsfähigkeit
  • Verbesserte Wahrnehmung
  • Steigerung des Körperbewusstseins

Für wen ist Hatha Yoga geeignet

Dieser Yogastil ist ideal für Anfänger, denn die Bewegungen sind schrittweise und einfach zu befolgen. Fortgeschrittene Praktizierende finden hier aber auch ihr Gleichgewicht. Sie können zum Beispiel herausfordernde Asanas wählen oder die Flows verstärken.

Wo du Hatha-Yoga-Kurse findest

Eine der am meisten praktizierten Formen des Yoga im Westen ist Hatha. Deshalb werden auch in Deutschland viele Kurse angeboten, sei es in Yogazentren oder Fitnessstudios. Sogar einige Krankenkassen übernehmen die Kosten. Interessierte können die Yogaform auf Seminaren und Retreats intensiver und schneller ausprobieren.

Bildnachweis
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